Soziale Gruppenarbeit (SGA) in der Dieter-Kaltenbach-Stiftung Lörrach
Ein entwicklungsförderndes Angebot für Kinder von 6–14 Jahren – orientiert an Tagesstruktur, Naturerleben und sozialem Lernen
Die Soziale Gruppenarbeit der Dieter-Kaltenbach-Stiftung ist ein nachhaltiges und professionelles Angebot der Kinder- und Jugendhilfe gemäß § 27 i.V.m. § 29 SGB VIII und – bei Bedarf – der Eingliederungshilfe nach § 35a SGB VIII.
Wir begleiten Kinder in ihrer sozialen, emotionalen, persönlichen und schulischen Entwicklung – eingebettet in das inklusive und vielfältige Umfeld unseres Horts.
Die Kinder erleben bei uns Sicherheit, Verlässlichkeit, Struktur und gleichzeitig ein vielfältiges Gelände, das Naturerfahrungen, handwerkliche Tätigkeiten und soziales Lernen ermöglicht.
1. Zielgruppe
Unsere Soziale Gruppenarbeit richtet sich an Kinder im Alter von 6–14 Jahren, die:
· soziale Kompetenzen erweitern und stabilisieren müssen
· in belastenden familiären oder schulischen Situationen Unterstützung benötigen
· Schwierigkeiten im emotionalen Erleben oder in der Selbststeuerung haben
· wenig positive Gruppenerfahrungen erleben konnten
· durch soziale Benachteiligung oder Krisen belastet sind
· Förderbedarf nach § 35a SGB VIII (Teilhabe) aufweisen
· im Gruppensetting alternative Verhaltens- und Handlungsmöglichkeiten entwickeln sollen
Nicht aufgenommen werden können Kinder, die:
· andere erheblich körperlich gefährden und eine Veränderung nicht absehbar ist
· das Gelände wiederholt verlassen
· nur selten oder unregelmäßig kommen
· den Schulbesuch dauerhaft verweigern
2. Ziele der Sozialen Gruppenarbeit
Unser Ziel ist eine dauerhafte und positive Veränderung der Lebenssituation des Kindes – besonders im Hinblick auf Konflikte, Selbstwert, emotionales Erleben und soziale Kompetenzen.
Die Kinder sollen:
Persönliche Kompetenzen entwickeln
· Selbstwert und Selbstwirksamkeit stärken
· eigene Gefühle wahrnehmen & ausdrücken
· Bedürfnisse erkennen & Grenzen verstehen
· Verantwortung im Alltag übernehmen
Soziale Kompetenzen aufbauen
· Konflikte fair lösen
· Kooperationsfähigkeit stärken
· Empathie entwickeln
· Kompromisse finden
· Rücksichtnahme & Teamfähigkeit üben
Emotionale Stabilität gewinnen
· Belastungen regulieren lernen
· Vertrauen in Bezugspersonen aufbauen
· Sicherheit durch Rituale & Strukturen erleben
Alltags- & Handlungskompetenzen erweitern
· sinnvolle Freizeitgestaltung erlernen
· Hausaufgaben verlässlich erledigen
· handwerkliche, kreative & naturbezogene Fähigkeiten entwickeln
3. Betreuungszeiten
· Nach Schulschluss bis 17:00 Uhr
· Ferienbetreuung: 07:30 – 16:30 Uhr
· Ganzjährig an Werktagen, nicht in den Weihnachtsferien, geöffnet
4. Tagesstruktur & Pädagogischer Alltag
Unsere Soziale Gruppenarbeit ist in den Hortalltag eingebettet und nutzt dessen Strukturen – mit gezielt ergänzenden Angeboten.
Täglicher Ablauf (Beispiel)
1. Ankommen & Orientierung
2. Gemeinsames Mittagessen – als sozialer Lernort (Höflichkeit, Gesprächskultur, Verantwortung)
3. Hausaufgabenzeit – individuell begleitet, Stärkung von Verantwortung und Konzentration
4. Angeleitete Angebote & Gruppenaktivitäten
5. Freispielphasen mit Wahlmöglichkeiten
6. Reflexion des Tages / Feedbackrunde
7. Abschluss mit Ritualen
Ergänzende Angebote
· Kreative Angebote (zeichnen, malen, bauen)
· Handwerk (Holz, Metall, Töpfern, Werkstätten)
· Naturpädagogische Erlebnisse
· Tiergestützte Pädagogik
· Bewegungsangebote & Raufspiele mit klaren Regeln
· Gruppen- & Kooperationsspiele
· Backhaus & Kochaktionen
· Erlebnispädagogik auf dem großen Freigelände
5. Pädagogische Schwerpunkte
Inklusives Setting
Kinder erleben Kleingruppen, Großgruppen und 1:1-Situationen – abgestimmt auf ihren Bedarf.
Individuelle Entwicklungsbegleitung
Basierend auf:
· Hilfeplan
· Entwicklungsfortschritt
· Belastbarkeit
· aktuellen Lebensumständen
Regelmäßige Reflexion
Durch Gespräche, Gruppengespräche & kindgerechte Methoden.
Vorbildfunktion der Fachkräfte
Kinder lernen durch Beobachtung, Beziehung und sichere Bindungserfahrungen.
6. Das 4-Phasen-Modell der Sozialen Gruppenarbeit
1. Phase: Ankommen
· Kennenlernen von Strukturen, Regeln, Betreuenden
· Rollenfindung
· hohe Anleitung & Orientierung
2. Phase: Entwicklung
· intensive Förderung sozialer Kompetenzen
· Anleitung durch Fachkräfte
· reflektieren, ausprobieren, üben
· größte Zeitspanne der Entwicklung
3. Phase: Verselbstständigung
· Übergang zu mehr Eigenverantwortung
· weniger Anleitung nötig
· Transfer in Alltagssituationen
4. Phase: Ablösung
· Kinder übernehmen Vorbildfunktionen
· zeigen erweiterte soziale Kompetenzen
· bewältigen Alltag deutlich eigenständiger
7. Zusammenarbeit mit Eltern
Eltern sind wichtige Partner im Entwicklungsprozess.
Wir bieten:
· regelmäßige Tür-und-Angel-Gespräche
· abgestimmte Elterngespräche (mind. 1–2x jährlich)
· Begleitung im Rahmen der Hilfeplanung
· Elternbriefe & Informationsmaterial
· Einladungen zu Festen & Veranstaltungen
Elternveranstaltungen (Auswahl): Drachenfest, Adventssingen, Weihnachtsfest, Fastnacht, Sommerfest, Elternfrühstücke, Elternbauaktionen, jährlicher Elternabend.
8. Zusammenarbeit im Hilfeplanverfahren (§ 36 SGB VIII)
· Management von Aufnahmeanfragen
· Koordination der Hilfen
· enge Zusammenarbeit mit Jugendamt, Schule & Netzwerk
· schriftliche Entwicklungsberichte
· Teilnahme an Hilfeplangesprächen
· regelmäßige Abstimmung zu individuellen Zielen
9. Qualität
Wir sichern unsere Qualität durch:
Fachliche Qualität
· Reflexionsgespräche
· Fallbesprechungen
· Dokumentation
· Supervision
· Qualitätsmanagement
Personelle Qualität
· Pädagogische Fachkräfte nach § 7 KiTaG BW
· Leitung & Verwaltung in angemessenem Umfang
Institutionelle Qualität
· QM-Prozesse
· regelmäßige Fortbildungen
· interne & externe Klausuren
10. Räumlichkeiten & Ausstattung
Die Kinder profitieren von:
· offenen, kindgerechten Räumen
· Werkstätten (Holz, Metall, Töpferwerkstatt, Backhaus)
· Rückzugsorten
· Gruppenräumen & Lerninseln
· großem Außengelände (3.500 m²)
o Wiese, Garten, Bach
o Hüttenbauplatz
o Spielgeräte
11. Schutzauftrag (§§ 8a, 72a SGB VIII)
· klare Schutzkonzepte & Verfahren
· insoweit erfahrene Fachkraft im Team
· standardisierte Dokumentation
· Einbezug von Kind & Eltern (sofern möglich)
· Zusammenarbeit mit dem Jugendamt
Kontakt
Leitung: Falk Miersch | sga(at)kaltenbach-stiftung.de
Tel. 07621-5705020
Erreichbar an alle Schultagen von 11:30 bis 17:00 Uhr
Dieter-Kaltenbach-Stiftung
Konrad-Adenauer-Str. 22
79539 Lörrach